Wer kann an klinischen Studien teilnehmen?

Klinische Studien sind entscheidend für den medizinischen Fortschritt – doch sie funktionieren nur, wenn Menschen teilnehmen. Vielleicht haben Sie sich auch schon gefragt, ob eine Teilnahme für Sie infrage kommen könnte. Die gute Nachricht: Gesucht werden ganz unterschiedliche Personengruppen – nicht nur Menschen mit seltenen oder schweren Erkrankungen. Erfahren Sie hier, welche generellen Voraussetzungen erfüllt sein müssen, um teilnehmen zu können.

Für Dich. Für Alle. Für mehr Sehen.

©Microgen.stock.adobe.com

Klinische Studien brauchen Vielfalt – und echte Lebensrealität

Damit neue Therapien später möglichst vielen Menschen zugutekommen, müssen sie vorab an vielfältigen Personengruppen getestet werden. Deshalb suchen Forschende gezielt Teilnehmende mit bestimmten vordefinierten Eigenschaften und Erkrankungen – aber auch gesunde Personen, die als Vergleichsgruppe dienen.

Diese Gruppen werden häufig gesucht: 

  • Menschen mit einer bestimmten Erkrankung (zum Beispiel Glaukom, AMD, Netzhauterkrankungen)
  • Personen in definierten Altersgruppen (zum Beispiel über 65 Jahre)
  • Menschen mit bestimmten Risikofaktoren oder Vorerkrankungen
  • Gesunde Freiwillige (zum Beispiel bei Impf- oder frühen Medikamentenprüfungen)

Manche Studien richten sich sogar explizit an Angehörige von Erkrankten, chronisch Kranke im Frühstadium oder Personen mit seltenen genetischen Merkmalen.



Die Teilnahme an klinischen Studien ist freiwillig – aber klar geregelt

Nicht jeder kann automatisch an jeder Studie teilnehmen. Für alle klinische Studien gelten sogenannte Ein- und Ausschlusskriterien, die genau beschreiben, wer teilnehmen darf – und wer nicht¹.

Typische Ausschlusskriterien können sein: 

  • Bestimmte Vorerkrankungen, zum Beispiel schwere Herz-, Leber- oder Nierenerkrankungen
  • Allergien oder Unverträglichkeiten gegenüber dem Prüfmedikament oder Hilfsstoffen
  • Schwangerschaft oder Stillzeit
  • Gleichzeitige Teilnahme an einer anderen klinischen Studie
  • Medikamente, die die Studienergebnisse beeinflussen könnten
  • Akute Infekte oder instabile Gesundheitszustände
  • Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen


Ausschlusskriterien sind wichtig für die Sicherheit 

Ausschlusskriterien sorgen dafür, dass niemand gefährdet wird – zum Beispiel durch Vorerkrankungen, Allergien oder eine Schwangerschaft. Die genauen Kriterien werden im sogenannten Studienprotokoll festgelegt und vor Studienbeginn geprüft².



Eignung für die Teilnahme: So läuft die Prüfung ab

Der erste Schritt: Sprechen Sie mit Ihrer behandelnden Ärztin oder Ihrem Arzt. Alternativ können Sie selbst die Initiative ergreifen und sich informieren – zum Beispiel in offiziellen Studienregistern wie dem DRKS² oder ClinicalTrials.gov³.


Wichtige Anlaufstellen sind: 

  • Augenärzt*innen mit Studienerfahrung
  • Universitätskliniken oder Studienzentren
  • Patientenorganisationen und Fachgesellschaften
  • Online-Plattformen für klinische Studien

Sie erhalten vorab eine ausführliche Aufklärung (sogenannter „Informed Consent“) und können jederzeit Fragen stellen. Und: Sie dürfen Ihre Bereitschaft zur Teilnahme zu jedem Zeitpunkt widerrufen – ohne persönliche Nachteile⁴ befürchten zu müssen.



Warum Ihre Teilnahme zählt

Jede klinische Studie braucht Menschen, die mitmachen – damit Therapien geprüft, zugelassen und verbessert werden können. Mit Ihrer Teilnahme unterstützen Sie nicht nur die Forschung, sondern auch zukünftige Patientinnen und Patienten.





Quellen:

  1. Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM): https://www.bfarm.de
  2. Deutsches Register Klinischer Studien (DRKS): https://www.drks.de
  3. U.S. National Library of Medicine. ClinicalTrials.gov: https://clinicaltrials.gov